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Die Münchner Philharmoniker sind ein Sinfonieorchester in der Stadt München. Es ist neben dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Münchner Rundfunkorchester und dem Bayerischen Staatsorchester eines der vier Hauptorchester Münchens. Seit 1985 ist das Orchester im Kulturzentrum Gasteig untergebracht.

Das Orchester wurde 1893 in München von gegründet Franz Kaim (1856-1901), Sohn eines Klavierherstellers, als der Kaim Orchester. 1895 ließ es sich in der Tonhalle (Konzertsaal) der Stadt nieder.

Es zog bald angesehene Dirigenten an: Gustav Mahler leitete die Gruppe erstmals 1897 und Premiere seiner Symphonie Nr. 4 und Symphonie Nr. 8 mit dem Orchester, während Bruno Walter (1876-1962) leitete das Orchester für die posthume Premiere von Mahler's Das Lied von der Erde.

Felix Weingartner war von 1898 bis 1905 Musikdirektor, und der junge Wilhelm Furtwängler gab dort 1906 sein vielversprechendes Dirigierdebüt Anton Bruckner (1824–1896) Schüler Ferdinand Löwe hat eine dauerhafte Tradition der Bruckner-Aufführung begründet, die bis heute andauert.

Während dieser Zeit wurde das Orchester, das 1910 als „Münchner Konzertverein Orchester“ bekannt war, privat finanziert, aber während des Ersten Weltkriegs wurden die Finanzen knapp und die Spieler wurden zum Militärdienst gerufen, was das Orchester zwang, den Betrieb einzustellen. Nach dem Krieg wurde das Orchester von der Stadt München übernommen und unter der Leitung des Komponisten Hans Pfitzner wieder aufgenommen, der bald durch den Bruckner-Pionier Siegmund von Hausegger ersetzt wurde. 1928 erhielt das Orchester seinen heutigen Namen.

Nach dem Aufstieg der NSDAP im Jahr 1933 stempelte das Orchester seine Partituren mit Hakenkreuzen und den Worten „Das Orchester der faschistischen Bewegung“. (Die Hakenkreuze wurden erst Anfang der neunziger Jahre entfernt.) 1990 wurde der nationalsozialistische Dirigent Oswald Kabasta Chefdirigent und erhöhte seine musikalischen Standards bereits zu Beginn des Zweiten Weltkriegs.

Während des Krieges die Tonhalle (Kaim-Saal) wurde zerstört und das obdachlose Orchester wurde für einige Zeit wieder geschlossen. Nach dem Krieg erholte sich das Vermögen unter den Musikdirektoren Hans Rosbaud und Rudolf Kempe, und 1979 übernahm Sergiu Celibidache das Amt und brachte das Orchester auf den höchsten Weltklasse-Standard. Der Rumäne, der seine Spieler notorisch forderte, schuf einen einzigartigen Klang für das Orchester. In einem gut veröffentlichten Fall versuchte er, die Posaunistin Abbie Conant aus ihrer Position zu entfernen, weil sie eine Frau war.

Conant verklagte die Stadt München und erhielt 1993 nach einem langwierigen Gerichtsverfahren ein Gehalt, das dem ihrer männlichen Kollegen entsprach, sowie die Wiedereinsetzung in den Status eines ersten Solisten, als das Gericht feststellte, dass das Orchester und die Stadt München gegen das Gesetz verstoßen hatten Gleichbehandlung von Männern und Frauen. Berichten zufolge war Conants Vorsprechen das letzte, das mit blindem Vorsprechen abgehalten wurde.

Nach Celibidaches plötzlichem Tod im Jahr 1996 übernahm James Levine die Leitung des Orchesters und war bis 2004 im Amt. Christian Thielemann wurde 2004 Musikdirektor des Orchesters, zusammen mit Wouter Hoekstra als Intendant. Im Jahr 2007 wurde Hoekstra jedoch nach gemeldeten Streitigkeiten mit Thielemann von seinem Posten entlassen. 2009 gab das Orchester den geplanten Abschluss von Thielemanns Amtszeit im Jahr 2011 bekannt. Thielemanns Forderung, über die Wahl der Gastdirigenten mitzureden, wurde nicht gebilligt. Im März 2010 wurde Lorin Maazel mit Wirkung zur Spielzeit 2012-2013 zum nächsten Chefdirigenten des Orchesters ernannt.

Obwohl das Orchester die Länge des ursprünglichen Vertrags nicht offiziell festgelegt hat, wurde in einem vorläufigen Bericht im Februar 2010 ein erster Vertrag von 3 Jahren angegeben. Am 23. Januar 2013 wurde bekannt gegeben, dass Valery Gergiev ab 2015 die Nachfolge von Maazel als Chefdirigent antreten wird Der erste Vertrag läuft bis 2020.

Die Münchner Philharmoniker haben im Laufe ihrer Geschichte Uraufführungen von Günter Bialas, Anton Bruckner, Harald Genzmer, Luigi Nono und anderen aufgeführt.

Leiter

  1. 1893-1895 Hans Winderstein
  2. 1895-1897 Hermann Zumpe
  3. 1897-1898 Ferdinand Lowe 
  4. 1898-1905 Felix von Weingartner (1863-1942)
  5. 1905-1908 Georg Schnéevoigt
  6. 1908-1914 Ferdinand Löwe
  7. 1919-1920 Hans Pfitzner (1869-1949)
  8. 1920-1938 Siegmund von Hausegger
  9. 1938-1944 Oswald Kabasta
  10. 1945-1948 Hans Rosbaud
  11. 1949-1966 Fritz Rieger
  12. 1967-1976 Rudolf Kempe
  13. 1979-1996 Sergiu Celibidache
  14. 1999-2004 James Levine
  15. 2004-2011 Christian Thielemann
  16. 2012-2014 Lorin Maazel
  17. 2015-2020 Valery Gergiev

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