Eine schöne, aber stolze Königin würde gerne heiraten, weiß aber nicht wer. Sie stellt sich einen Wettbewerb vor: Der Mann, der ihr zuerst die ganz besondere Blume bringt, die im Wald wächst, kann sie heiraten.

Viele Männer aus dem Königreich nehmen die Herausforderung an, darunter zwei Brüder. Der älteste Bruder ist mutig, gemein und rücksichtslos, der jüngste Bruder freundlich, sanft und neugierig. Bald findet der jüngste Bruder die Blume, pflückt sie und setzt sie auf seinen Hut. Zufrieden macht er ein Nickerchen gegen einen Baum.

Der älteste Bruder ist wütend, als er seinen jüngeren Bruder mit der Blume im Hut entdeckt, die Blume stiehlt und den Jungen im Schlaf tötet. Er kehrt zum Schloss zurück, um die Hand der Königin zu beanspruchen.

'Marchenbuch' von Ludwig Bechstein (1801-1860), Erstausgabe (1845). 

Waldmarchen

Es war eine stolze Königin,
Gar lieblich ohne Maßen;
Kein Ritterstand noch dein Sinn,
sSe wollt 'sie alle hassen.
O weh, du wonnigliches Weib!
Wem blühet wohl dein süßer Leib!

Im Wald eine rote Blume stehen,
Ach, so schön wie die Königin,
Welch Rittersmann die Blume fand,
Der konnt 'die Frau gewinnen!
O weh, du stolze Königin!
Wann bricht er wohl, dein stolzer Sinn?

Zwei Brüder gehören zum Walde hin,
Sie sehen die Blume suchen:
Der Eine hold und von mildem Sinn,
Der Andre kann nur fluchen!
O Ritter, Schaden Ritter mein,
O gehörtest du das Fluchen sein!

Als sie nun gehört eine Weil ',
Da kam sie sie zu scheiden:
Das war ein Suchen nur in Eil ',
Im Wald und auf der Heiden.
Ihr Ritter mein, im laufenden Lauf,
Wer findet wohl die Blume auf?

Der Junge zieht durch Wald und Heid ',
Er benötigt nicht lang zu gehn:
Bald sieht er von ferne bei der Weid '
Die rote Blume stehen.
Die hat er auf den Hut,
Und dann zur Ruh 'sich hingestreckte.

Der Andre zieht im wilden Hang,
Umsonst durchsucht er die Heide,
Und als der Abend herniedersank,
Da kommt er zur zur Weide!
O weh, wen er dort schlafend fand,
Die Blume am Hut, bin grüne Band!

Du wonnigliche Nachtigall,
Und Rotkehlchen hinter der Hecken,
(wollt ihr mit eurem guten Schall)
Den armen Ritter erwecken!
Du rote Blume Hinterm Hut,
Du blinkst und hastest ja wie Blut!

Ein Auge blickte in wilder Freud ',
Des Schein hat nicht gelogen:
Ein Schwert von Stahl glänzt ihm zur Seit ',
Das hat er nun angezogen.
Der Alte Lacht unter Weidenbaum,
Der Junge fordertelt wie im Traum.

Ihr (Blumen), war seid ihr vom Tau so schwer?
Mir zeigt, das sind gar Tränen!
Ihr Winde, war ihr so ​​traurig,
War euer Raunen und Wähnen?

„Im Wald, auf der grünen Heide,
Da steht eine alte Weide. “

Waldlegende

Es war einmal eine hochmütige Königin,
Schön unvergleichlich:
Kein Ritter war ihrer würdig,
Sie hasste sie alle.
O du, oh schöne Frau.
Für wen soll dein süßer Körper blühen?

Im Wald wuchs eine rote Blume,
Oh so schön, dass die Königin verfügte,
Welcher Ritter auch immer die Blume fand,
Er würde ihre Hand in der Ehe gewinnen!
Oh, du hochmütige, aber liebenswerte Königin!
Wann soll deine stolze Seele brechen?

Zwei Brüder kamen in den Wald,
Absicht, die Blume zu suchen:
Einer war eine schöne und sanfte Seele,
Der andere konnte nicht anders als zu schwören!
O Ritter, mein schrecklicher Ritter,
O halte deine schrecklichen Flüche zurück!

Nachdem ich eine Weile zusammen gelaufen bin,
Sie gingen getrennte Wege:
Sie suchten in Eile
Durch Wälder und Heiden.
Meine lieben Ritter, die kopfüber eilen,
Wer wird die Blume finden?

Der Jüngere wanderte durch Wälder und Felder,
Musste aber nicht weit gehen:
Es dauerte nicht lange, bis er das in der Ferne auf der Wiese sah.
Da stand die rote Blume.
Er steckte die Blume in seinen Hut,
Und streckte sich dann für eine Pause aus.

Der andere erspähte ihn mit wilder Dringlichkeit.
Vergebens hatte er die Blume in der Heide gesucht,
Und als der Abend endlich gekommen war,
Er kam auf die grüne Weide!
Oh wehe, als er seinen schlafenden Bruder fand,
Die Blume in seinem Hut hinter dem grünen Band!

Du wundervolle Nachtigall,
Und kleine Drossel hinter den Hecken,
Willst du nicht mit deinem süßen Lied?
Den armen Ritter erwecken?
Du rote Blume hinter dem Hut,
Du schimmerst und glitzerst wie Blut!

Ein Auge sieht mit wilder Freude.
Sein Glanz hat nie gelogen:
Ein glänzendes Stahlschwert hängt an seiner Seite.
Was er jetzt zeichnet!
Der Älteste lacht unter dem Weidenbaum,
Der Jüngere lächelt, als träume er.

Sie Blumen, warum sind Sie so schwer vom Tau?
Es scheint mir, dass das Tränen sind!
Sie Winde, warum blasen Sie so kalt?
Was bedeutet dein Flüstern?

„Im Wald, in einem grünen Moor,
Da stand ein alter Weidenbaum.

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