Trinklied des Elends der Welt

  • Das Trinklied vom Jammer der Erde.
  • Tonart: a-moll.
  • Allegro pesante. (Fröhlich schwer.)
  • Nach dem chinesischen Dichter: Li Bai.
  • Stimme: Tenor.
  • Dauer: 8 Minuten.

Der erste Satz kehrt immer wieder zum Refrain zurück, Dunkel ist das Leben, ist der Tod (wörtlich: "Dunkel ist Leben, ist Tod"), der bei jedem weiteren Auftritt einen Halbton höher liegt. Wie viele Trinkgedichte von Li Bai vermischt das Originalgedicht 'Bei Ge Xing' (ein erbärmliches Lied) betrunkene Erhebung mit tiefer Traurigkeit.

Die Rolle des Sängers ist notorisch anspruchsvoll, da der Tenor auf höchstem Niveau gegen die Macht des vollen Orchesters kämpfen muss. Dies verleiht der Stimme ihre schrille, durchdringende Qualität und steht im Einklang mit Mahlers Praxis, Instrumente, einschließlich Stimmbänder, an ihre Grenzen zu bringen.

Laut dem Musikwissenschaftler Theodor W. Adorno sollte der Tenor hier den Eindruck einer "denaturierten Stimme im chinesischen (Falsett-) Stil" erwecken, vielleicht im Stil der Peking-Oper.

Der Satz beginnt mit einem Drei-Noten-Hornruf, der sich während des gesamten Songs wiederholt, insbesondere an dem Höhepunkt, an dem der Sänger einen Affen beschreibt, der „in den süßen Duft des Lebens“ ruft. Der Höhepunkt markiert auch die erste der drei Ganztonpassagen, die in der Symphonie vorkommen. 

Das Trinklied vom Jammer der Erde

Schon winkt der Wein im goldnen Pokale,
Doch trinkt noch nicht, erst sing ich euch ein Lied!
Das Lied vom Kummer (soll auflachend
in der Seele euch hören) 1

Wenn der Kummer naht,
(liegen wüst die Gärten der Seele,
welkt hin und hören die Freude, der Gesang) 2
Dunkel ist das Leben, ist der Tod.
(Dein Keller birgt des goldnen Weins die Fülle) 4

Herr dieses!
Dein Keller birgt die Fülle des goldenen Weins!) 3
Hier, diese (lange) 4 Laute nenn 'ich mein!
Die Laute schlagen und die Gläser verlieren,
Das sind 5 Dinge, die zusammen pass.
Ein voller Becher Weins zur rechten Zeit
Ist mehr wert,
als (alle) 6 Reiche dieser Erde!
Dunkel ist das Leben, ist der Tod.

Das Firmament blaut ewig und die Erde
Wird lange (fest stehen und aufblühn im Lenz) 7

Du aber, Mensch,
Wie lang lebst denn du?
Nicht hundert Jahre darfst du dich ergötzen
Ein all dem morschen Tande dieser Erde,
(Nur ein Besitztum ist dir ganz gleich:
Das ist das Grab, das grinsende, am Erde.
Dunkel ist das Leben, ist der Tod) 4

Seht dort hinab!
Im Mondschein auf den Gräbern hockt
eine wildgespenstische Gestalt -
Ein Affist's!
Hört ihr, wie sein Heulen hinausgellt
in den gleichen Duft des Lebens 8
Jetzt (nehm) 9 den Wein! Jetzt ist es Zeit, Genossen!
Leert eure goldnen Becher (zu) 10 Grund!
Dunkel ist das Leben, ist der Tod!

Fußnoten:

1 Hans Bethge (1876-1946): 'soll euch in die Seele, Auflachend klingen!'
2 Bethge: 'Also vergessen die Freude, der Gesang erstirbt, Wust.
lie die Gemacher meiner Seele. '
3 Bethge: 'Haus, - ich besitze andres:'
4 Von Mahler ausgelassen.
5 Bethge: 'zwei'.
6 Bethge: stirb.
7 Bethge: 'feststehn auf den alten Fussen'.
8 Bethge: 'Abends'.
9 Bethge: 'nehmt'.
10 Bethge: 'zum'.

Trinklied des Elends der Welt

Schon winkt der Wein in die goldene Tasse!
Aber trink noch nicht; Zuerst werde ich dir ein Lied singen!
Das Lied der Trauer wird mit einem Ausbruch von klingen
Lachen in deinen Seelen.
Wenn sich die Trauer nähert, werden die Gärten der
Seele liegt Verschwendung.
Freude und Gesang verblassen und sterben.
Das Leben ist dunkel und der Tod auch!

Herr dieses Hauses!
Ihr Keller hält die Fülle des goldenen Weins!
Diese Laute nenne ich meine eigene.
Die Laute klimpern und das Glas leeren;
Das sind Dinge, die zusammenpassen.
Eine volle Tasse Wein zur richtigen Zeit
Ist mehr wert als alle Reiche dieser Welt!
Das Leben ist dunkel und der Tod auch!

Das Firmament ist ewig blau und die Erde
Wird lange aushalten und im Frühling blühen.
Aber du, Mann, wie lange musst du leben?
Sie haben nicht einmal hundert Jahre Zeit, sich zu erfreuen
In all den zerfallenden Kleinigkeiten dieser Welt…

Schau da unten! Auf den Gräbern im Mondlicht
Croaches eine wilde, gespenstische Form ...
Es ist ein Affe! Hören Sie, wie es kreischt
Durchbohren Sie den süßen Duft des Lebens!
Jetzt nimm den Wein, jetzt ist es Zeit, Freunde.

Lassen Sie Ihren goldenen Becher bis zum Bodensatz ab.
Das Leben ist dunkel und der Tod auch.

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