Der einsame Mann im Herbst

  • Der Einsame im Herbst.
  • Tonart: d-Moll.
  • Etwas schleppend. Ermudet. (Etwas schleppend. Müde.)
  • Nach dem chinesischen Dichter: Qian Qi.
  • Stimme: Alt (oder Bariton).
  • Solo: Blasinstrumente.
  • Dauer: 10 Minuten.

Diese Bewegung ist eine viel weichere, weniger turbulente Bewegung. Als "etwas schleppend und erschöpft" gekennzeichnet, beginnt es mit einem wiederholten Mischen der Saiten, gefolgt von Solo-Blasinstrumenten. Die Orchestrierung in diesem Satz ist spärlich und kammermusikalisch, mit langen und unabhängigen kontrapunktischen Linien.

Die Texte, die auf dem ersten Teil eines Gedichts aus der Zeit der Tang-Dynastie von Qian Qi basieren, beklagen das Absterben von Blumen und das Vergehen von Schönheit und drücken eine erschöpfte Sehnsucht nach Schlaf aus.

Der Einsame im Herbst

Herbstnebel wallen bläulich überm See;
Vom Reif gehören stehen alle Gräser;
Man meint ', ein Künstler habe Staub vom Jade
Über die feinen 1 Gedankenreut.

Der süße Duft der Blumen ist verflogen;
Ein kalter Wind beugt ihre Stengel nieder.
Bald werden die verwelkten, goldnen Blätter
Der Lotosblüten auf dem Wasser ziehn.

Mein Herz ist müde. Meine kleine Lampe
Erlosch mit Knistern;
(es gemahnt mich an den Schlaf.) 2
Ich komm zu dir, traute Ruhheitst!
Ja, gib mir (Ruh) 3, ich hab Erquickung nicht!

Ich weine viel in meinen Einsamkeiten.
Der Herbst in meinem Herzen wendet zu lange.
Sonne der Liebe, will du nie mehr sehen,
Um meine bittern Tränen (mild) 4 aufzutrocknen?

Fußnoten:

1 Hans Bethge (1876-1946): 'Halme'.
2 Bethge: 'an den Schlaf gemahnend'.
3 Bethge: 'Schlaf'.
4 Hinzugefügt von Gustav Mahler.

Der einsame Mann im Herbst

Herbstnebel treiben blau über den See…
Mit Frost überzogen steht das ganze Gras steif;
Man könnte meinen, ein Künstler hätte Jadestaub eingestreut
Über den zarten Blüten.

Der süße Duft der Blumen ist verschwunden.
Ein kalter Wind biegt ihre Stängel:
Bald verblassten die goldenen Blütenblätter
Der Lotus wird auf dem Wasser vorbeischweben.

Mein Herz ist müde. Mit einem knisternden Geräusch meine kleine Lampe
Ist ausgegangen; es erinnert mich an Schlaf! …
Ich komme zu dir, lieber Ort der Ruhe,
Ja, gib mir Ruhe, ich brauche Trost.

In meinen einsamen Tagen weine ich oft. . .
Der Herbst in meinem Herzen hat zu lange gedauert.
Sonne der Liebe, wirst du nie wieder scheinen?
Meine bitteren Tränen sanft abtrocknen?

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