Mit der gleichen Geschwindigkeit wie das Scherzo. In einem wilden Ausbruch. Der „Schrei der Verzweiflung“ des Scherzo wird in Erinnerung gerufen und dann mit einer zögernden Aussage zu den Hörnern des aufkommenden Themas „Auferstehung“ beantwortet. Es folgt eine „Stimme, die in der Wildnis ruft“, wieder auf den Hörnern, aber diesmal hinter der Bühne, bevor die Konturen wieder durch eine absteigende Triplettfigur verwischt werden, die sich ihren Weg durch das Orchester bahnt.

Satz 5: „Aufersteh'n“. Im Tempo des Scherzos. Wild herausfahrend.

Satz 5: „Aufersteh'n“. Im Tempo des Scherzos. Wild herausfahrend.

Satz 5: „Aufersteh'n“. Im Tempo des Scherzos. Wild herausfahrend. Skizzieren.

Der Windchor, der dann gegen Pizzicato-Quavers (Achtelnoten) auf den Streichern zu hören ist, kündigt einige der charakteristischen Intervalle des Themas „Auferstehung“ an und erinnert gleichzeitig an das Dies irae-Motiv, das im Eröffnungssatz zu hören ist. Aber die Zeit der Gewissheit ist noch nicht gekommen. Ein langes Orchesterrezitativ behandelt das Thema der menschlichen Gebrechlichkeit und der Angst vor Gottes Geschöpfen, wenn sich die gefürchtete Stunde nähert.

Eine Antwort kommt wieder in Form eines Chors, zu dem die unteren Blechbläser eine feierliche Note hinzufügen. Der Himmel wird heller und die Rückkehr der Blechbläser-Fanfare bereitet sich auf eine neue Aussage zum Thema „Auferstehung“ vor, die jetzt weitaus durchsetzungsfähiger ist. Diese ganze Reihe von Episoden ist auf eine Weise miteinander verbunden, die eher dramatischen als musikalischen Regeln folgt und einen riesigen Auftakt mit einer Länge von fast 200 Takten darstellt.

Satz 5: „Aufersteh'n“. Im Tempo des Scherzos. Wild herausfahrend. Entwurf.

Jahr 1905Satz 5: „Aufersteh'n“. Im Tempo des Scherzos. Wild herausfahrend geschrieben 1905 von Gustav Mahler für Hendrik (Han Henri) de Booy (1867-1964).

Ein fesselndes Crescendo auf dem Schlagzeug stellt die Allegro energi-co vor, eine riesige symphonische Alleskönnerin, die auf den meisten bereits gehörten Themen basiert. Eine Rückkehr des „Schreiens der Verzweiflung“ erzeugt einen verblüffenden Effekt, der eines der frühesten Beispiele für einen typischen „Räumlichkeitseffekt“ des 20. Jahrhunderts ist: Off-Stage-Messing überlagert wiederholt Fanfarenmotive mit einem leidenschaftlichen Rezitativ, das seinen unermüdlichen Lauf zuerst in der Celli und dann in den Geigen.

Das nagende Gefühl der Angst wird immer eindringlicher, bis die Blechbläser mit einer weiteren triumphalen Fanfare eintreten. Jetzt, in einer Atmosphäre des Mysteriums und der Hoffnung, erscheint das strahlende Thema „Auferstehung“ in seiner herrlichen vollständigen Form und markiert den Beginn der Coda, in der Chor, Solisten und volles Orchester in einem großen Jubelschrei zusammenkommen.

Text: Friedrich Klopstock (1724-1803) und Gustav Mahler (Strophen 1 und 2).

 

Aufersteh'n

 

(Chor und Sopran)

Aufersteh'n, ja aufersteh'n werden du, 

Mein Staub, nach Ruhe! 

Unsterblich Leben! Unsterblich Leben 

Wird, der dich gerufen, dir geben!

 

Wieder aufzublüh'n werden du gesät! 

Der Herr der Ernte geht 

Und entfernen Garben 

Uns ein, die heißt!

 

(Altstimme)

O glaube, mein Herz! O glaub:

Es geht dir nichts verloren! 

Dein ist, Ja Dein, war du gesehnt,

Dein, war du geliebt, war du gestritten! 

 

(Sopran)

O glaubt: Du bistst nicht umsonst geboren!

Hast nicht umsonst leben, gelitten!

 

(Chorus)

Was ist ist ist, das muß vergehen! 

Was war ist, auferstehen! 

 

(Chor und Alt)

Hör auf zu beben! 

Bereite dich zu leben! 

 

(Sopran und Alt)

O Schmerz! Du Alldurchdringer! 

Dir bin ich entrungen. 

O Tod! Du Allbezwinger! 

Nun bist du bewirkt!

 

Mit Flügeln, die ich mir errungen 

in heissem Liebestreben

Werd 'ich entschweben!

Zum Licht, zu dem kein Aug 'gedrungen! 

 

(Chorus)

Mit Flügeln, die ich mir errungen 

Werd 'ich entschweben!

Sterben werd'ich, um zu leben!

 

(Chor, Sopran und Alt)

Aufersteh'n, ja aufersteh'n werden du,

Mein Herz, in einem Nu! 

Was du getroffen,

Zu Gott wird es dich tragen!

 

Sehr geehrter Besucher, bitte applaudieren Sie nicht sofort nach den letzten Tönen der Symphonie. Geben Sie dem Publikum etwas Zeit, um den Eindruck zu verarbeiten. Dankeschön.

 

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