Der erste Satz umfasst eine lose Sonatenform. Die Schlüsselbereiche setzen die in früheren Werken (insbesondere den Symphonien Nr. 6 und Nr. 7) gezeigte tonale Gegenüberstellung fort. Die Arbeit beginnt mit einem zögernden, synkopierten rhythmischen Motiv (welches Leonard Bernstein (1918-1990) vorgeschlagen wird eine Darstellung von Mahlers unregelmäßigem Herzschlag, der während des gesamten Satzes zu hören ist.

Die kurze Einführung enthält auch zwei weitere Ideen: ein von der Harfe angekündigtes Drei-Noten-Motiv, das einen Großteil der musikalischen Grundlage für den Rest des Satzes bildet, und eine gedämpfte Horn-Fanfare, die auch später zu hören ist. Das Hauptthema zitiert das Eröffnungsmotiv von Ludwig van Beethoven (1770–1827)Klaviersonate Nr. 26 „Les Adieux“, Op. 81a, die zufällig einen Wendepunkt in Mahlers früher musikalischer Karriere markierte, als er während seines Abschlusskonzerts am College „Les Adieux“ aufführte.

Dies ist die absteigende FE-Sekunde, die erst am Ende der Bewegung aufgelöst wird. In der Entwicklung ist es in den Hörnern und Klarinetten in zu hören Ludwig van Beethoven (1770–1827)'s ursprüngliche Form, mit einer dritten in eine fünfte absteigend. Auf dem Höhepunkt der Entwicklung verkünden die Posaunen das rhythmische „Herzschlag“ -Motiv, das in der Partitur „Mit höchster Gewalt“ (mit größter Kraft) markiert ist. Dies wurde als plötzliches Eindringen des „Todes mitten im Leben“ interpretiert und führt zu einem feierlichen Trauermarsch mit der Aufschrift „Wie ein Kondukt“ (wie eine Prozession) auf einem Paukenostinato des Drei-Noten-Motivs der Harfe . Hier sind zum ersten und einzigen Mal in der Symphonie tiefe Glocken zu hören, die die Pauken im Drei-Noten-Motiv begleiten. Gegen Ende des Satzes ist ein bemerkenswertes Beispiel für Mahlers lineare Polyphonie zu sehen, in der Piccolo, Flöte, Oboe und Solovioline Vogelrufe imitieren.

Alban Berg (1885-1935) behauptete, dass dieser Abschnitt eine "Vision des Jenseits" sei. Der englische Dirigent Sir Roger Norrington wies in seinem Interview mit seinem Kollegen Charles Hazlewood darauf hin, das am 25. Juli 2011 auf BBC ausgestrahlt wurde, bevor er Mahlers Neunte Symphonie mit dem Stuttgarter Rundfunk-Sinfonieorchester aufführte, das Mahler fünfmal zitierte Johan Jr. Strauss (1825–1899)Walzer für den Eröffnungsball von Gesellschaft der Musikfreunde Musikvereinsplatz Nr. 1) in Wien mit dem Titel "Freut euch des Lebens" (1870) oder "Enjoy Life". Mahler studierte fünf Jahre nach seinem Bau im Musikverein, und Norrington behauptete, Mahler habe den Walzer mit seiner Jugend in Verbindung gebracht.

Erste Seite des Manuskripts. Satz 1: Andante comodo.

Sinfonie Nr. 9, Satz 1: Andante comodo.

Im ersten Satz ist die Musik zunächst kaum wahrnehmbar. Ein Celloton im Pianissimo wird durch ein Harfenmotiv beantwortet, aus dem sich ein Seufzermotiv entwickelt, das im gesamten Satz von größerer thematischer Bedeutung ist. Mahler schrieb dieses Originalmotiv mit den Worten Leb (Lebe wohl, Abschied!). Wiegende Akkorde der Saiten singen das Motiv. Über diese Grundstruktur entwickelt sich ein kontrapunktischer Dialog zwischen der zweiten Geige und dem Horn. Letzteres steht oft für wehmütig-träumerische Erinnerungen und Sehnsucht in Mahler. Ein dramatischer Tuttischlag verändert die erholsame Stimmung und führt zu einer dunklen Passage. Dies wird durch die Posaunen, Pauken und Bassinstrumente bestimmt und stellt sozusagen das gewichtige Gegenstück zum in sich geschlossenen Living-Well-Motiv dar. Die Veränderung der beiden kontrastierenden Klangwelten wird im Verlauf des Satzes häufig durch ein plötzliches Trompetensignal verursacht.

Die Themenfragmente und -motive wandern durch die verschiedenen Orchesterstimmen. Obwohl die düsteren Abschnitte zunehmend den Verlauf des Satzes übernehmen, gelingt es dem Horn immer wieder, das ursprüngliche Motiv zu verbinden. Das Ereignis führt schließlich zu einer Morendo-Sektion, in der ein vorwärts bewegendes Fortissimo zum Zusammenbruch der Musik führt. Daraus entwickelt sich nur schwer ein neuer Anfang des ursprünglichen Motivs, der schnell zusammenbricht. Wenig später beginnt eine weitere groß angelegte Welle der Zunahme des Dreifachklaviers und fließt nach einer großen Zunahme „mit äußerster Kraft“ in einem Trauermarsch („wie eine schwere Leitung“).

Das ursprüngliche Harfenmotiv wird hier von Pauken und Posaunen heftig intoniert und dient als Grundlage für eine Klage von Horn und Trompete. Das ursprüngliche Motiv wird jetzt in allen Instrumenten immer deutlicher, aber es wird oft bedrohlich verzerrt und verändert. Ein unmittelbar folgender und ungewöhnlich fremd aussehender Misterioso-Abschnitt führt das Ende des Satzes ein. Ein Dialog zwischen Horn und Flöte wirkt wie eine Orchesterkadenz. Eine großartig erhöhte Rückkehr des ursprünglichen Motivs im gesamten Orchester führt zu einem letzten Abschnitt, in dem der Satz nicht mehr seltsam entzückt zu sein scheint. In der Klarinette erscheint das Originalmotiv wieder zart. An dieser Stelle schrieb Mahler den „Abschied“ von den Notizen. Das Motiv verschwindet in einem Auflösungsprozess, in dem der mitreißende Satz in höchster Verklärung verschwindet.

  • Das letzte Wort Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) schrieb an seine Frau in Baden eine Anspielung auf dieses Terzet: "Die Stunde schlagt - leb wohl - wir sehen uns wieder". Die magische Flöte - Lebe wohl! (Abschied!).

Satz 1: Andante comodo. Hinweise auf der Titelseite von Willem Mengelberg (1871–1951).

Satz 1: Andante comodo. Anmerkungen auf der ersten Seite von Willem Mengelberg (1871–1951).

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