Tamboursg'sell ist die letzte Komposition aus Mahlers Wunderhorn-Einstellungen. Wie Revelge wird es von einem zum Scheitern verurteilten Schlagzeuger gesungen. Anstatt auf dem Feld zu liegen, liegt dieser Schlagzeuger jedoch im Gefängnis. Wo Revelge manisch war, ist dieses Lied schwerer und trauriger. Die Trommelwirbel hier sind langsamer und bewusster und werden durch klagende Holzbläser-Triller ausgeglichen. Das Lied selbst ist am effektivsten in einem langsamen Tempo.

Lied 2: Der Tamboursg'sell.

Es hat den Charakter eines langsamen Trauermarsches und ist wie Revelge sehr lang. Die letzten Anrufungen von Gute Nacht! konkurrieren mit den letzten Momenten der Sechsten Symphonie als der erschütterndsten Musik, die Mahler jemals geschrieben hat. Wie in Revelge setzt er am Ende col legno ein, um die tragische Wirkung zu verstärken.

 

Der Tamboursg'sell

 

Ich armer Tambourge'sell!

Man führt mich aus dem G'wölb!

Wär 'ich ein Tambour befindet,

Dürre 'ich nicht gefangen liegen!

 

O Galgen, du wahres Haus,

Du siehst so furchtbar aus!

Ich schau 'dich nicht mehr an,

Weil ich weiß, daß ich gehört d'ran!

 

Wenn Soldaten vorbeimarschier'n,

Bei mir nicht einquartier'n,

Wenn sie fragen, wer ich bin bin:

Tambour von der Leibkompanie!

 

Gute Nacht, ihr Marmelstein,

Ihr Berg 'und Hügelein!

Gute Nacht, ihr Offizier,

Korporal und Musketier!

 

Gute Nacht! Ihr Offizier,

Korporal und Grenadier!

Ich schrei 'mit heller Stimm',

Von Euch ich Urlaub nimm.

Gute Nacht! Gute Nacht!

 

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