David Josef Bach (1874-1947).

  • Beruf: Kritiker Arbeider Zeitung.
  • Residenzen: Wien.
  • Beziehung zu Mahler: Bewunderer von Mahler.
  • Korrespondenz mit Mahler: Nein.
  • Geboren: 13-08-1874 Lemberg, jetzt Lviv, Ukraine.
  • Gestorben: 30-01-1947 London, England.
  • Begraben: 00-00-0000

David Josef Bach war eine wichtige und einflussreiche Persönlichkeit im kulturellen Leben des Wien des frühen XNUMX. Jahrhunderts.

Als Junge war Bach ein enger Freund des jungen Arnold Schönberg, der ihn später als einen der drei Freunde bezeichnete (die anderen beiden waren Oskar Adler und Alexander von Zemlinsky), die ihn bei seinen jugendlichen Erkundungen von Musik und Literatur stark beeinflussten. Schönberg beschrieb ihn als "einen Linguisten, einen Philosophen, einen Kenner der Literatur und einen Mathematiker" sowie als "einen guten Musiker" und würdigte seinen Freund mit der Behauptung, dass es DJ Bach war, der seinen Charakter mit "dem Ethischen und" ausstattete moralische Kraft, die benötigt wird, um der Vulgarität und der alltäglichen Popularität standzuhalten “('My Evolution', 1949).

Nach seinem Studium der Naturwissenschaften an der Universität Wien, wo er von Ernst Mach beeinflusst wurde, wurde DJ Bach Journalist und 1904 nach dem Tod von Josef Scheu (1841) zum Musikkritiker der Arbeiter-Zeitung ernannt –1904). Als treuer Anhänger Schönbergs und des etwas älteren Gustav Mahler unterstützte er zeitgenössische Musik in einer Stadt, in der die Aufführung „moderner“ Werke manchmal durch laute Proteste gestört wurde.

Als aktiver Sozialist, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Künste der Arbeiterklasse zugänglich zu machen, war es DJ Bach, der 1905 in Wien die Arbeiter-Symphonie-Konzerte ins Leben rief. Seine weitreichenden Aktivitäten brachten ihm die Feindseligkeit des Rechts ein -wing Gruppen, die sein künstlerisches Programm als Teil einer "jüdischen Verschwörung" anprangerten, um die traditionelle österreichische Kultur zu untergraben. Solche Anschuldigungen waren umso vehementer, als DJ Bach auch eines der frühesten Mitglieder der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung war, die sich unter der Schirmherrschaft von Sigmund Freud traf und deren Mitglieder überwiegend Juden waren.

DJ Bach wurde 1917 zum Chefredakteur der Abteilung Literatur und Kunst der Arbeiter-Zeitung ernannt. Als die Sozialdemokratische Partei 1919 an die Macht kam, wurde er jedoch politisch sehr einflussreich. Er wurde sofort zum Direktor der Sozialdemokratischen Kunststelle ernannt und konnte ein dynamisches Programm kultureller Ereignisse als integralen Bestandteil des Programms des sozialistischen Wiederaufbaus im sogenannten "Roten Wien" entwickeln. Er organisierte Lesungen für die Wiener Arbeiter durch den Satiriker Karl Kraus; 1933 Auftrag eines Gemäldes von Oskar Kokoschka vom Wilhelminenberg Kinderheim mit Panoramablick auf die Stadt Wien; und lud den avantgardistischen Bühnenbildner Frederick Kiesler ein, im Konzerthaus eine Experimentierbühne in voller Größe - die Raumbühne - zu bauen.

Die Organisation des Theater- und Musikfestivals der Stadt Wien im Jahr 1924 war einer der Höhepunkte seiner Karriere. Aber er stellte auch Jahr für Jahr bedeutende Musik- und Theaterproduktionen über ein System subventionierter Blockbuchungen dem Publikum der Arbeiterklasse zur Verfügung. Um den Arbeitern zu helfen, besser auf die Konzerte, Opern oder Theaterstücke vorbereitet zu sein, die sie von 1926 bis 1931 besuchen wollten, gab die Kunststelle eine monatliche Kunstzeitschrift mit dem Titel "Kunst und Volk" heraus, in der herausragende Mitwirkende aus In ganz Europa wurden nicht nur die fraglichen künstlerischen Ereignisse, sondern auch ein breites Spektrum historischer, politischer und sozialer Fragen erörtert.

Musik war und ist sein zentrales Anliegen, und er war es, der 1919 den Amateur-Wiener Singverein gründete. Diese Organisation, zusammen mit den Arbeiter-Symphonie-Konzerten und dem 'Workers' Music Conservatoire ', blühte auf, bis alle aufgelöst wurden, nachdem die neue faschistische Regierung 1934 die Sozialdemokratische Partei verboten und eine autoritäre Verfassung eingeführt hatte. Anton Webern war als Dirigent aller Musikorganisationen aktiv und entwickelte eine enge und dauerhafte Freundschaft mit DJ Bach Bach, der die Ansprache hielt, mit der das Konzert von Weberns Musik am 3. Dezember 1933 zur Feier des fünfzigsten Geburtstages des Komponisten eröffnet wurde, und Bach, der Webern überredete, sein Amt als Präsident des Kapitels der Internationalen Gesellschaft für zeitgenössische Musik (ISCM) in Wien nicht aufzugeben Seine geplante Aufführung von Alban Bergs Oper Wozzeck in Florenz im Jahr 1934 wurde aus politischen Gründen abgesagt.

Man kann sagen, dass DJ Bach eine einzigartige Position in der Kulturpolitik Wiens innehatte. In einer Situation zunehmender Polarisierung zwischen 'Rechts' und 'Links' versuchte er, einen kulturellen Konsens zu schaffen, indem er Konservative wie Hofmannsthal und Kralik in sein Patronagesystem sowie Radikale wie Ernst Fischer (Schriftsteller) und Alban Berg einbezog. Die Wertschätzung, die ihm die Wiener Kulturgemeinschaft entgegenbrachte, spiegelt sich in der Sammlung von achtundachtzig großformatigen literarischen, künstlerischen und musikalischen Widmungen in einer Kassette wider, die ihm im August 1924 anlässlich seines fünfzigsten Geburtstages überreicht wurde. Diese Sammlung, die sich jetzt in der Obhut von Gonville und dem Caius College in Cambridge befindet, umfasst originale künstlerische Werke von beträchtlichem Wert und bildet eine einzigartige Zeitkapsel des Wiener Kulturlebens.

1939 wanderten David Bach, seine Frau Gisela und sein Neffe Herbert nach London aus. In England wurde er führendes Mitglied des Austrian Labour Club und Präsident der Union der österreichischen Journalisten. Er organisierte weiterhin Musikveranstaltungen, insbesondere Kammermusikkonzerte, die von Mitgliedern des zukünftigen Amadeus-Quartetts unterstützt wurden. 

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