Engelbert Pernerstorfer (1850-1918).

  • Beruf: Jounalist Deutsche Worte, Politiker (Sozialdemokrat), Publizist
  • Residenzen: Wien.
  • Beziehung zu Mahler: Pernerstorfer Kreis, Mitglieder des Pernerstorferkreises.
  • Korrespondenz mit Mahler:
  • Geboren: 27 Wien, Österreich.
  • Gestorben: 06 Wien, Österreich. 01 Jahre alt.
  • Begraben: 00-00-0000
  • Wieder begraben: 12-11-1952 Zentraler Friedhof, Wien, Österreich. Grab 24-5-1A. Mit Anna Pernerstorfer. 78 Jahre alt. 

Engelbert Pernerstorfer war eines der politisch und ideologisch radikalsten Mitglieder des Kreises. Er wuchs in einem sehr armen Haushalt auf, im Gegensatz zu dem wohlhabenden bürgerlichen Hintergrund anderer früher Mitglieder des Kreises. Er hatte auch einen revolutionären Hintergrund, sein Vater hatte an der Revolution von 1848 teilgenommen. Er war am bekanntesten als einer der Gründer der gesamtdeutschen (deutschnationalen) Bewegung und des Linzer Programms und - Anfang des 20. Jahrhunderts Jahrhundert - als sozialistischer Delegationsführer im Unterhaus des Parlaments.

1880 gründete und entwickelte er innerhalb der Circle-Mitglieder und des Deutschen Klubs (eine neue Manifestation von Mitgliedern des aufgelösten Deutschen Lesevereins) die Idee des Deutschen Schulvereins mit dem Ziel, die deutsche Bildung und Sprache in den Grenzgebieten aufrechtzuerhalten von Österreich. Der vom Deutschen Klub geförderte Schulverein wuchs Anfang der 90,000er Jahre auf 1880 Mitglieder.

Er war Herausgeber der Zeitung Deutsche Worte des Deutschen Klubs, seiner Eröffnungsredaktion zur Förderung des sozialen Interesses und der Überzeugung, dass die Wurzeln des deutschen Volkes von den liberalen Regierungen und der Laissez-Faire-Wirtschaft angegriffen wurden. Er forderte stattdessen die Wiederherstellung eines deutlich deutschen Wesens in der Politik, um diesem liberalen Kosmopolitismus entgegenzuwirken.

Seine Artikel in den Deutschen Worten belegen auch seine Überzeugung, dass das Erreichen einer schopenhauerischen geistigen Einheit und Gemeinschaft das ultimative Ziel politischer und sozialer Reformen war. Er stellte die individualistische Sichtweise des Liberalismus sowie die Trennung von ästhetischem und politischem Bereich in Frage und entschied sich stattdessen für eine Einheit, die auf einer eindeutigen nationalen Identität beruht, die sowohl in der Kunst als auch in der Politik zum Ausdruck kommt. Er sprach sich gegen den leidenschaftslosen Stil der liberalen Politik und gegen diejenigen aus, die die dramatischen politischen Gesten deutscher Nationalisten kritisierten, indem er sagte: "Für die Partei, deren politisches Glaubensbekenntnis nicht zuletzt eine Herzensangelegenheit ist, fällt das innere Feuer manchmal außerordentlich auf."

Wie andere Mitglieder des Kreises glaubte Pernerstorfer an die wertvolle Rolle, die Kunst bei sozialen Reformen spielen musste. Um die Jahrhundertwende arbeitete er als Theaterkritiker für die sozialistische Parteizeitung Arbeiter Zeitung. 1906 entwickelte er ein sozialdemokratisches Parteitheater - die Wiener Freie Volksbühne - für die Arbeiterklasse.

Engelbert Pernerstorfer (1850-1918) (links) und Victor Adler (1852-1918) um 1870.

Wenn Sie Fehler gefunden haben, benachrichtigen Sie uns bitte, indem Sie diesen Text auswählen und drücken Strg + Enter.

Rechtschreibfehlerbericht

Der folgende Text wird an unsere Redakteure gesendet: