Henry van de Velde (1863–1957).

  • Beruf: Maler, Architekt.
  • Residenzen: Belgien.
  • Beziehung zu Mahler:
  • Korrespondenz mit Mahler:
  • Geboren: 03-04-1863 Antwerpen, Belgien.
  • Gestorben: 15 Zürich, Schweiz. 10 Jahre alt.
  • Begraben: Friedhof von Tervuren bei Brüssel, Belgien. Seine Asche wurde still neben dem Grab seiner Frau begraben. Er hatte bereits 1943 seinen eigenen Grabstein entworfen.

Henry Clemens van de Velde war ein belgischer Maler, Architekt und Innenarchitekt. Zusammen mit Victor Horta und Paul Hankar könnte er als einer der Hauptgründer und Vertreter des Jugendstils in Belgien angesehen werden. Van de Velde verbrachte den wichtigsten Teil seiner Karriere in Deutschland und hatte zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen entscheidenden Einfluss auf die deutsche Architektur und das deutsche Design.

Van de Velde wurde in Antwerpen geboren, wo er Malerei bei Charles Verlat an der berühmten Royal Academy of Fine Arts in Antwerpen studierte. Anschließend studierte er bei Carolus-Duran in Paris. Als junger Maler wurde er stark von Paul Signac und Georges Seurat beeinflusst und nahm bald einen neoimpressionistischen Stil (Pointillismus) an. 1889 wurde er Mitglied der in Brüssel ansässigen Künstlergruppe „Les XX“. Nachdem Vincent van Gogh einige Arbeiten zur jährlichen Ausstellung von Les XX ausgestellt hatte, wurde van de Velde einer der ersten Künstler, die vom niederländischen Maler beeinflusst wurden. In dieser Zeit entwickelte er eine dauerhafte Freundschaft mit dem Maler Théo van Rysselberghe und dem Bildhauer Constantin Meunier.

Henry van de Velde (1863–1957).

Art Nouveau

1892 gab er die Malerei auf und widmete seine Zeit der Kunst der Dekoration und Innenarchitektur (Silber- und Goldschmiedehandwerk, Porzellan und Besteck, Modedesign, Teppich- und Stoffdesign). Sein eigenes Haus, Bloemenwerf in Ukkel, war sein erster Architekturversuch und wurde von der britischen und amerikanischen Kunst- und Handwerksbewegung inspiriert. Er entwarf auch Interieurs und Möbel für die einflussreiche Kunstgalerie „L'Art Nouveau“ von Samuel Bing in Paris im Jahr 1895. Dies gab der Bewegung ihre erste Bezeichnung als Jugendstil. Bings Pavillon auf der Pariser Weltausstellung 1900 zeigte auch Arbeiten von Van de Velde. Van de Velde war stark von der englischen Kunst- und Handwerksbewegung von John Ruskin und William Morris beeinflusst und war einer der ersten Architekten oder Möbeldesigner, die geschwungene Linien in einem abstrakten Stil verwendeten. Van de Velde lehnte es ab, historische Stile zu kopieren, entschied sich entschlossen für originelles (dh neues) Design und verbot Banalität und Hässlichkeit aus den Köpfen der Menschen.

Van de Veldes Designarbeit wurde in Deutschland durch Zeitschriften wie Innen-Dekoration gut bekannt gemacht, und anschließend erhielt er Aufträge für Innenarchitektur in Berlin. Um die Jahrhundertwende entwarf er die Villa Leuring in den Niederlanden und die Villa Esche in Chemnitz, zwei Werke, die seinen Jugendstil in der Architektur zeigen. Er entwarf auch das Innere des Folkwang-Museums in Hagen (heute beherbergt das Gebäude das Karl-Ernst-Osthaus-Museum) und des Nietzsche-Hauses in Weimar.

1899 ließ er sich in Weimar nieder, wo er 1905 zusammen mit dem Großherzog von Weimar die großherzogliche Kunstgewerbeschule gründete. Es ist der Vorgänger des Bauhauses, das nach dem Ersten Weltkrieg schließlich die Schule für Kunst und Handwerk unter dem neuen Direktor Walter Gropius ersetzte, der von Van de Velde für die Position vorgeschlagen wurde.

Henry van de Velde (1863–1957).

Obwohl Van de Velde Belgier ist, würde er eine wichtige Rolle im deutschen Werkbund spielen, einem Verein, der gegründet wurde, um das deutsche Design zu verbessern und zu fördern, indem enge Beziehungen zwischen Industrie und Designern hergestellt werden. Er würde sich beim Werkbund-Treffen von 1914 gegen Hermann Muthesius stellen und ihre Debatte würde die Geschichte der modernen Architektur markieren. Van de Velde forderte die Wahrung der Individualität der Künstler, während Hermann Muthesius die Standardisierung als Schlüssel zur Entwicklung forderte.

Während des Ersten Weltkrieges musste Van de Velde als Ausländer Weimar verlassen (obwohl er mit der Weimarer Regierung gute Beziehungen hatte) und kehrte in seine Heimat Belgien zurück. Später lebte er in der Schweiz und in den Niederlanden, wo er das Kröller-Müller-Museum in Otterlo entwarf. 1925 wurde er zum Professor am Institut für Kunstgeschichte und Archäologie der Universität Gent ernannt, wo er von 1926 bis 1936 Vorlesungen über Architektur und angewandte Kunst hielt. 1926 war er maßgeblich an der Gründung der heutigen renommierten Architektur- und Kunstschule La Cambre in Brüssel beteiligt. unter dem Namen "Institut supérieur des Arts décoratifs".

Henry van de Velde (1863–1957).

Er setzte seine Architektur- und Designpraxis fort, die sich deutlich von der Jugendstilphase abgegrenzt hatte, deren Popularität bis 1910 abnahm. In dieser Zeit betreute er den großen belgischen Architekten Victor Bourgeois. 1933 wurde er beauftragt, das neue Gebäude für die Universitätsbibliothek (die renommierten Boekentoren) zu entwerfen. Die Bauarbeiten begannen 1936, die Arbeiten wurden jedoch erst am Ende des Zweiten Weltkriegs abgeschlossen. Aus Budgetgründen stimmte die spätere Konstruktion nicht vollständig mit dem ursprünglichen Design überein. Zum Beispiel wurde der Boden des Lesesaals aus Marmor anstelle des ursprünglich vorgesehenen schwarzen Gummis von Van de Velde ausgeführt. Er war auch am Bau des Universitätsklinikums Gent beteiligt.

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