1895 Prinz Rudolf von Liechtenstein (1838-1908).

  • Beruf: Monarch, Hofbeamter in Wien.
  • Beziehung zu Mahler: Arbeitgeber von August Plapart von Leenheer (1836-1907)
  • Korrespondenz mit Mahler: 
  • Geboren: 18-04-1838 Wien
  • Gestorben: 05-12-1908 Mährisches Kromau in Südmähren
  • Begraben: 

Rudolph (als Schreibweise seines Vornamens im Gerichts- und Staatshandbuch bis 1903) war der zweite Sohn von Fürst Karl von Liechtenstein (1790-1865) und Prinzessin Franziska, geborene Gräfin von Wrbna-Freudenthal (1799-1863). Er hatte acht fürstliche Geschwister: sieben Schwestern und Karl (* 1827), der seit 1865 Leiter der Sekundogenitur des Hauses Liechtenstein mit dem Titel Fürst war. Mit Karls Tod am 16. Januar 1899 übernahm Rudolf diese Position.

Rudolf, der nach seinen Schulabschlussprüfungen in die Armee eingetreten war, hatte vorerst eine schnelle Offizierskarriere in der Nähe des Kaisers. 1892 wurde er von Franz Joseph I. mit dem Orden des Goldenen Vlieses, dem höchsten Orden des Reiches und Hausordens der Habsburger-Lothringen-Dynastie, ausgezeichnet und erhielt 1896 von ihm den ku St. Stephen's Orden, den höchsten Orden des Königreichs Ungarn für zivile Verdienste.

Die Position des Obersthofmeisters war in Franz Joseph I. bei weitem die höchste der höchsten Hofchargen im Hof; Der Inhaber dieser Funktion hatte einen höheren Rang als jeder andere hohe Adel der Monarchie, der nicht zum Haus Österreich gehörte, und wurde im Hof- und Staatshandbuch unmittelbar nach der kaiserlichen Familie benannt. Es war nicht nur ein Ehrentitel, sondern eine anspruchsvolle Führungsposition an der Schnittstelle zwischen dem Monarchen und seiner Familie, den politischen Beamten, den Gerichtsbeamten in den Residenzen des Monarchen und vielen Persönlichkeiten in der Aristokratie, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft der doppelte Monarchie.

Rudolf, der 1896 vom Monarchen persönlich als Nachfolger des verstorbenen Fürsten Konstantin zu Hohenlohe-Schilling gewählt und ernannt wurde, genoss das besondere Vertrauen des Kaisers und der Kaiserin Elisabeth. Er war verantwortlich für die Verwaltung der kaiserlichen Schlösser (einschließlich Bauarbeiten) und für die beiden Wiener Hoftheater, das kk Hofoper und das kk Hofburgtheater, verantwortlich und für die Ernennung der maßgeblichen Direktoren (als Gustav Mahler 1897). Eines der herausragenden Ereignisse, mit denen er sich 1897 befassen musste, waren die Unruhen in Badeni in Wien über den Sprachstreit zwischen Tschechen und Deutschen in Böhmen, den Mord an Kaiserin Elisabeth am 1898. September 10 und den 50. Jahrestag des Kaiserthrons am 2. Dezember. 1900 die Familienkrise um die organisatorische Hochzeit von Erzherzog Franz Ferdinand mit seinem Entsagungseid in der Wiener Hofburg am 28. Juni und 1903 die Staatsbesuche von König Edward VII. (31. August - 3. September), dem deutschen Kaiser Wilhelm II. (18- 20. September) und von Zar Nikolaus II. (30. September - 3. Oktober) in Wien.

In seinen letzten Jahren war Rudolf oft krankheitsbedingt krank. Er wurde vertreten durch Fürst Alfred von Montenuevo (1854-1927) als Meister des Zweiten Obersten Gerichtshofs; Nach Rudolfs Tod folgte Montenuovo.

Rudolf vertonte als Komponistentexte von Walther von der Vogelweide und Heinrich Heine. Für Kaiserin Elisabeth war er angeblich der schöne Prinz.

Die angesehene liechtensteinische Familie lebte zu dieser Zeit nicht im souveränen, sondern im kleinen Fürstentum Liechtenstein, insbesondere aber in Wien und Mähren, wo sie Burgen und weitläufige Ländereien besaß.

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