Riccardo Chailly (1953).

Riccardo Chailly, Cavaliere di Gran Croce OMRI ist ein italienischer Dirigent. Er begann seine Karriere als Operndirigent und erweiterte sein Repertoire schrittweise um symphonische Musik.

Chailly wurde in Mailand in eine musikalische Familie mit Romagnol und französischer Abstammung geboren. Er studierte Komposition bei seinem Vater Luciano Chailly. Seine Schwester ist die Harfenistin Cecilia Chailly. Chailly studierte an den Musikkonservatorien in Perugia und Mailand. Später studierte er Dirigieren bei Franco Ferrara. In seiner Jugend spielte Chailly auch Schlagzeug in einer Rhythmus-und-Blues-Band.

Im Alter von 20 Jahren wurde Chailly Assistent des Dirigenten von Claudio Abbado (1933-2014) an der Scala, wo er 1978 sein Dirigierdebüt gab. Von 1982 bis 1988 war Chailly Chefdirigent des Berliner Rundfunksinfonieorchesters und von 1983 bis 1986 Hauptgastdirigent des London Philharmonic Orchestra. Von 1986 bis 1993 leitete er das Teatro Comunale von Bologna.

Chailly gab sein Debüt mit dem Amsterdam Royal Concertgebouw Orchestra (RCO)1985 in Amsterdam. Von 1988 bis 2004 war Chailly Chefdirigent des Royal Concertgebouw Orchestra (RCO), wo er sich insbesondere Aufführungen der üblichen symphonischen Tradition widmete Anton Bruckner (1824–1896) und Gustav Mahler (1860-1911), mit dem sich das Orchester einen Namen machte, aber auch das Repertoire mit zeitgenössischer Musik des 20. Jahrhunderts erheblich erweiterte.

Riccardo Chailly (1953).

Unter bemerkenswerten Projekten leitete Chailly die Gustav Mahler Festival Amsterdam 1995 das feierte den 100. Jahrestag von Mahlers erstem Konzert im Concertgebouw. Chailly dirigierte auch eine Oper in Amsterdam, sowohl beim jährlichen Weihnachts-Matinee-Konzert des RCO als auch an der De Nederlandse Opera (DNO), wo seine letzte Opernproduktion in Amsterdam die Inszenierung von Giuseppe Verdis Don Carlo durch DNO war. In einem Bericht heißt es, dass Chailly 2002 beschlossen habe, das RCO zu verlassen, als ihm das Orchester bei seinen letzten Vertragsverhandlungen eine Verlängerung um zwei statt um fünf Jahre anbot.

1986 dirigierte Chailly bei den Salzburger Festspielen erstmals das Gewandhausorchester Leipzig, nachdem Herbert von Karajan Chailly dem Orchester vorgestellt hatte. Sein nächster Gastauftritt beim Leipziger Orchester war 2001, und nach einem weiteren Auftritt wurde er zum 19. Kapellmeister des Orchesters ernannt.

Im August 2005 wurde er offiziell Chefdirigent des Gewandhausorchesters Leipzig und General Music Director (GMD) der Oper Leipzig. Sein ursprünglicher Leipziger Vertrag sollte bis 2010 laufen. Im Mai 2008 verlängerte er seinen Vertrag mit dem Gewandhausorchester bis 2015. Gleichzeitig trat er jedoch als GMD der Oper Leipzig zurück, Berichten zufolge nach einem Konflikt um die Einstellung von Personal ohne seine Beratung. Im Juni 2013 einigten sich das Gewandhausorchester und Chailly auf eine weitere Vertragsverlängerung bis 2020. Im September 2015 gab das Gewandhausorchester jedoch den neu geplanten Abschluss von Chaillys Amtszeit als Gewandhauskapellmeister im Juni 2016 bekannt, vier Jahre vor dem zuvor vereinbarten Vertrag Verlängerung auf Wunsch von Chailly. Zu seinen Projekten in Leipzig gehörte im Mai 2011 ein internationales Mahler-Festival mit 10 verschiedenen Orchestern.

Chailly wurde 1999 der erste Musikdirektor des Orchesters Sinfonica di Milano Giuseppe Verdi (La Verdi) und hatte dieses Amt bis 2005 inne. Heute ist er Dirigent Laureate bei La Verdi. Im Dezember 2013 gab die Scala die Ernennung von Chailly zum nächsten Musikdirektor mit Wirkung zum 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2022 bekannt. Chailly soll ab dem 1. Januar 2015 den Titel des Hauptdirigenten der Scala übernehmen und diesen Titel behalten bis 31. Dezember 2016. Im August 2015 gab das Luzern Festival Orchestra die Ernennung von Chailly zum nächsten Musikdirektor mit Wirkung zum Luzern Festival 2016 mit einem ersten Vertrag von 5 Jahren bekannt.

Chailly hat einen exklusiven Aufnahmevertrag mit Decca, und seine Aufnahmen mit Decca umfassen komplette Zyklen der Symphonien von Johannes Brahms, Gustav Mahler und Anton Bruckner. Sein Brahms-Zyklus mit dem Gewandhausorchester wurde 2014 mit dem Grammophonpreis für die Aufnahme des Jahres ausgezeichnet. Weitere bemerkenswerte Erfolge sind Aufnahmen von Igor Strawinsky, Edgard Varèse und Paul Hindemith. In jüngerer Zeit leitete Chailly mit dem Gewandhausorchester Aufnahmen von Felix Mendelssohn, Johann Sebastian Bach, Brahms, Robert Schumanns Symphonien in den Re-Orchestrierungen von Mahler und einen vollständigen Zyklus von Beethovens Symphonien. Zu seinen früheren Aufnahmen mit amerikanischen Orchestern gehörten Shostakovich: The Dance Album mit dem Philadelphia Orchestra und Strawinskys Le Sacre du Printemps mit dem Cleveland Orchestra.

Chailly war zweimal verheiratet. Er hat eine Tochter, Luana, aus erster Ehe mit Anahi Carfi und einen Stiefsohn aus seiner zweiten und gegenwärtigen Ehe mit Gabriella Terragni.

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