Theodor Billroth (1829–1894)

Theodor Billroth (1829–1894). Copyright: Bert und Judith van der Waal van Dijk (cbjvdwvd).

  • Beruf: Doktor der Medizin. Der Chirurg. Amateurmusiker.
  • Residenzen: Berlin, Zürich
  • Beziehung zu Mahler: 
  • Korrespondenz mit Mahler: 
  • Geboren: 26-04-1829 Bergen auf Rugen.
  • Adresse: Alserstrasse, Wien
  • Gestorben: 06-02-1894 Opatija, Kroatien. 64 Jahre alt.
  • Begraben: 09-02-1894 Zentraler Friedhof, Wien, Österreich. Grab 14A-7.

Christian Albert Theodor Billroth war ein in Preußen geborener österreichischer Chirurg und Amateurmusiker. Als Chirurg gilt er allgemein als Gründungsvater der modernen Bauchchirurgie. Als Musiker war er ein enger Freund und Vertrauter von Johannes Brahms (1833–1897), ein führender Förderer der Wiener Musikszene und einer der ersten, der eine wissenschaftliche Analyse der Musikalität versuchte.

Billroth wurde in Bergen auf Rügen im Königreich Preußen geboren. Er ging in Greifswald zur Schule. Er war ein gleichgültiger Schüler und verbrachte mehr Zeit damit, Klavier zu üben als zu studieren. Zwischen einer Karriere als Musiker oder als Arzt hin und her gerissen, ging er auf die Wünsche seiner Mutter ein und schrieb sich an der Universität Greifswald ein, um Medizin zu studieren. Anschließend folgte er seinem Professor Wilhelm Baum an die Universität Göttingen und promovierte an der Universität Berlin. Zusammen mit Rudolph Wagner (1805-1864) und Georg Meissner (1829-1905) ging Billroth nach Triest, um den Torpedofisch zu untersuchen.

Billroth arbeitete von 1853 bis 1860 als Arzt an der Charité in Berlin. In Berlin wurde er auch bei Carl Langenbuch ausgebildet. Von 1860 bis 1867 war er Professor an der Universität Zürich und Direktor des chirurgischen Krankenhauses und der Klinik in Zürich. In Zürich veröffentlichte Billroth sein klassisches Lehrbuch Die allgemeine chirurgische Pathologie und Therapie (1863).

Gleichzeitig führte er das Konzept der Audits ein und veröffentlichte alle guten und schlechten Ergebnisse, was automatisch zu einer ehrlichen Diskussion über Morbidität, Mortalität und Techniken führte - mit daraus resultierenden Verbesserungen bei der Patientenauswahl. Er wurde 1867 zum Professor für Chirurgie an der Universität Wien ernannt und praktizierte Chirurgie als Chef der Zweiten Chirurgischen Klinik am Allgemeinen Krankenhaus.

Er war direkt verantwortlich für eine Reihe von Meilensteinen in der Chirurgie, darunter die erste Ösophagektomie (1871), die erste Laryngektomie (1873) und vor allem die erste erfolgreiche Gastrektomie (1881) bei Magenkrebs nach vielen unglücklichen Versuchen. Der Legende nach wurde Billroth in den Straßen Wiens fast zu Tode gesteinigt, als sein erster Gastrektomiepatient nach dem Eingriff starb.

Billroth war maßgeblich am Aufbau der ersten modernen Denkschule in der Chirurgie beteiligt. Zu seinen Schülern gehörten Stars wie Alexander von Winiwarter, Jan Mikulicz-Radecki und John B. Murphy. William Halsteds Pionierprogramm für chirurgische Residency wurde stark von Billroths eigenen Methoden der chirurgischen Ausbildung beeinflusst.

Theodor Billroth (1829–1894).

Billroth war ein talentierter Amateurpianist und Geiger. Er lernte Brahms in den 1860er Jahren kennen, als der Komponist ein aufstrebender Star der Wiener Musikszene war. Sie wurden enge Freunde und teilten musikalische Einsichten. Brahms schickte Billroth häufig seine Originalmanuskripte, um seine Meinung vor der Veröffentlichung einzuholen, und Billroth nahm als Musiker vor ihren ersten Aufführungen an Probeproben vieler Kammerwerke von Brahms teil. Brahms widmete seine ersten beiden Streichquartette, Opus 51, Billroth. 

Billroth und Brahms, zusammen mit dem bitteren und einflussreichen Wiener Musikkritiker Eduard Hanslick (1825-1904)bildete den Kern der musikalischen Konservativen, die sich den Innovationen von widersetzten Richard Wagner (1813-1883) und über Franz Liszt (1811–1886). In dem als Krieg der Romantiker bekannten Konflikt unterstützte Billroth Johannes Brahms (1833–1897), war aber immer fair und gemessen in seinen Kommentaren. "Wagner war in der Tat in vielerlei Hinsicht ein sehr beachtliches Talent", schrieb er 1888.

Theodor Billroth (1829–1894).

Er begann einen Aufsatz mit dem Titel "Wer ist musikalisch?" ("Wer ist musikalisch?"), Der posthum von veröffentlicht wurde Eduard Hanslick (1825-1904). Es war einer der frühesten Versuche, wissenschaftliche Methoden auf die Musikalität anzuwenden. In dem Aufsatz identifiziert Billroth verschiedene Arten von Amusikalität (Taubheit, Rhythmus-Taubheit und Harmonie-Taubheit), die auf einige der unterschiedlichen kognitiven Fähigkeiten hinweisen, die bei der Wahrnehmung von Musik eine Rolle spielen. Billroth starb in Opatija (Abtei), Österreich-Ungarn, bevor er die Forschung abschließen konnte.

Billroth zeichnete sich sowohl durch seine Berufung als auch durch seine Berufung aus und sah in Wissenschaft und Musik nie einen Konflikt. Im Gegenteil, er betrachtete die beiden als Ergänzung. "Es ist eine der Oberflächlichkeiten unserer Zeit, in der Wissenschaft und in der Kunst zwei Gegensätze zu sehen", schrieb er in einem Brief. "Imagination ist die Mutter von beiden."

Eduard Hanslick (1825-1904), Johannes Brahms (1833–1897) und über Theodor Billroth (1829–1894) Champagner trinken. Zeichnung von AF Seligmann. 

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