Wilhelm Furtwangler (1886-1954) und Arnold Josef Rose (1863-1946).

  • Beruf: Dirigent.
  • Residenzen: Berlin, Wien.
  • Beziehung zu Mahler: Arbeitete mit Arnold Josef Rose (1863-1946).
  • Korrespondenz mit Mahler: Nein.
  • Geboren: 25-01-1886 Berlin, Deutschland
  • Gestorben: 30-11-1954 Baden-Baden, Deutschland
  • Begraben: Heidelberg, Bergfriedhof, Deutschland.

Wann Arthur Nikisch (1855-1922) (Chefdirigent der Berliner Philharmoniker ab 1895) starb 1922. Der 36-jährige Wilhelm Furtwängler bewarb sich um seinen Nachfolger und überzeugte sowohl die Orchestermitglieder als auch die Geschäftsführung. Er war eine musikalische Persönlichkeit, die auf den Leistungen seiner Vorgänger Hans von Bülow und Nikisch aufbaute und dem Orchester half, seinen Ruf weiter auszubauen. Wie Nikisch betrachtete sich auch Furtwängler als Schöpfer von Werken. Seine unkonventionelle Dirigiertechnik war sagenhaft: Sie erforderte von den Musikern große persönliche Verantwortung und Sensibilität.

Furtwängler formte die Berliner Philharmoniker zu seinem eigenen Instrument, das seine Interpretationsideen genial umsetzte. Beethoven, Brahms und Bruckner waren die Eckpfeiler seines Repertoires, aber er setzte sich auch für zeitgenössische Komponisten wie Prokofjew, Strawinsky, Bartók, Schönberg und Hindemith ein - nicht immer nach dem Geschmack des Publikums. Und ab 1933 noch weniger nach den Wünschen der nationalsozialistischen Führer.

1934 kam es zu einer Zuspitzung: Nachdem die NS-Regierung die Weltpremiere von Hindemiths Oper Mathis der Maler verboten hatte, trat Furtwängler von seiner Position als Chefdirigent zurück. Ein Jahr später kehrte er zu den Philharmonikern zurück - er nannte sich einen unpolitischen Künstler, der nie der NSDAP angehörte und sich für viele jüdische Musiker aussprach -, jedoch nur als Dirigent der Philharmonischen Konzerte, ohne eine offizielle Position einzunehmen. Trotzdem betrachtete er die Philharmoniker weiterhin als „sein“ Orchester. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern übte er einen starken Einfluss auf künstlerische und organisatorische Angelegenheiten aus. Nach 1945 wurde Furtwängler die Arbeit verboten. Er wurde 1947 in einem Entnazifizierungsprozess freigesprochen und leitete im Mai dieses Jahres erneut die Philharmonie. Erst 1952, zwei Jahre vor seinem Tod, erlangte er offiziell die Position des Chefdirigenten zurück.

Das Reichsorchester

Selbst triumphale Erfolge mit Wilhelm Furtwängler konnten die prekäre finanzielle Situation der Berliner Philharmoniker nicht verbessern. 1933 befand sich das Orchester in einer besonders schwierigen existenziellen Krise und sah nur einen Ausweg: die Umwandlung in ein nationales Orchester. Die nationalsozialistische Führung übernahm bereitwillig die Finanzierung des berühmten Orchesters, um ihre Veranstaltungen mit ihnen zu schmücken. Für das Orchester waren die Jahre des Dritten Reiches ein Spagat zwischen der Einhaltung kulturpolitischer und ideologischer Richtlinien und der Wahrung der künstlerischen Autonomie.

Während sie eine privilegierte Position innehatten (die Musiker waren vom Militärdienst befreit), widersetzten sie sich wiederholt dem künstlerischen und politischen Druck der nationalsozialistischen Regierungsmächte. Die Konzertagentur Wolff, eine von Juden geführte Kompanie und von Anfang an ein wichtiger Partner der Berliner Philharmoniker, konnte den repressiven Maßnahmen des Regimes nicht standhalten und löste sich 1935 auf. Am 30. Januar 1944 wurde die Philharmonie bei einem Bombenangriff zerstört. Das Orchester, jetzt ohne Zuhause, spielte weiter: besonders in der Staatsoper, im Admiralspalast, im Berliner Dom. Mit der Kapitulation Deutschlands im Mai 1945 begann auch für die Berliner Philharmoniker eine neue Ära.

"Zero Hour" und ein neuer Anfang

Das Konzertleben wurde nach Kriegsende trotz schwieriger Bedingungen schnell wieder aufgenommen: Die traditionelle Halle wurde zerstört, Furtwängler verbot zunächst die Aufführung und hatte eine unsichere materielle Zukunft. Aber in Leo Borchard, der sie seit 1933 viele Male dirigiert hatte, fanden die Philharmoniker schnell einen Dirigenten für den schwierigen Neuanfang.

Das Orchester spielte in verschiedenen temporären Räumen: in Kinos und Gemeindezentren, im Titaniapalast und im Admiralspalast sowie an der Stadtoper. Die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Borchard und den Philharmonikern endete plötzlich und tragisch, als der Dirigent an einem Augustabend versehentlich von einem amerikanischen Soldaten erschossen wurde. Das war der Moment für den jungen, unbekannten und noch unerfahrenen rumänischen Dirigenten Sergiu Celibidache. Er wurde mit der Leitung des Orchesters beauftragt und erwies sich als „Genie mit dem Taktstock“, der die Philharmoniker in den turbulenten Nachkriegsjahren auf ruhige künstlerische Weise dirigierte - zunächst in der Hoffnung, Furtwängler zu folgen.

Außerdem wurde eine neue junge Generation von Dirigenten zu häufigen Gästen des Orchesters: Georg Solti, Ferenc Fricsay und André Cluytens. Im Laufe der Jahre wurde auch die materielle Situation behoben. Zunächst vom Magistrat des amerikanischen Sektors unterstützt, wurde die Berliner Philharmoniker 1949 zu einer kommunalen Einrichtung. Im selben Jahr gründeten engagierte Berliner die Gesellschaft der Freunde der Philharmonie eV (heute Freunde der Berliner Philharmoniker e. V.). mit dem Ziel, dem Orchester zu helfen, wieder einen eigenen Konzertsaal zu haben.

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