Bad Gastein (ehemals Badgastein) ist eine Kurstadt im Landkreis St. Johann im Pongau im österreichischen Bundesland Salzburg. Es liegt malerisch in einem hohen Tal der Hohen Tauern und ist bekannt für den Gasteiner Wasserfall und eine Vielzahl von Hotelgebäuden der Belle Époque.

Bad Gastein liegt in der historischen Region Pongau. Das etwa 171 Quadratkilometer große Stadtgebiet ist das größte im Bezirk St. Johann im Pongau. Es erstreckt sich entlang des oberen Gastein-Tals entlang des Gastein-Ache-Baches, einem rechten Nebenfluss der Salzach. Das Tal trennt die Hohe Tauern Ankogel Gruppe im Osten von der Goldberg Gruppe im Westen.

Stadt von Bad Gastein.

Das Stadtzentrum liegt an den Gastein-Wasserfällen, etwa 1,000 Meter über dem Meeresspiegel. Es zeichnet sich durch zahlreiche historische mehrstöckige Hotelgebäude aus, die an den steilen Hängen errichtet wurden. Die Gemeinde Gastein umfasst die Katastergemeinden Badgastein, Böckstein und Remsach. Seine südlichen Teile gehören zum Nationalpark Hohe Tauern.

Der Name "Bad" bedeutet "Spa" und spiegelt die Geschichte der Stadt als Kurort wider. Das örtliche Thermalwasser Heilstollen (wörtlich „Heiltunnel“) brachte der Stadt ihren frühen Ruhm ein. Theophrastus Parcelsus (1493-1541) hatte das Quellwasser untersucht, um seine Geheimnisse zu entdecken. Marie Curie (1867-1934) und Heinrich Mache (1876-1954) stellten fest, dass es Radon enthielt, und infolgedessen begann die Radontherapie in der Stadt.

Die Radoninhalationstherapie am Gasteiner Heilstollen begann als Ergebnis weiterer Untersuchungen zu den anekdotischen Erfahrungen von Silberminenarbeitern, die eine Verbesserung der Symptome bei verschiedenen Krankheiten, einschließlich Arthritis, feststellten. Insbesondere bei der Spondylitis ankylosans (auch als Bekhterev-Krankheit bekannt) wurden positive Ergebnisse bei der Behandlung am Heilstollen erzielt. Es gibt jedoch nur sehr wenige empirische Belege für einen Nutzen beim Einatmen von Radon. Beispielsweise ergab eine der wenigen Studien zum Testen der Wirksamkeit von Spa-Behandlungen bei Spondylitis ankylosans keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen einer Gruppe, die drei Wochen in Bad Gastein verbrachte, und einer Gruppe, die drei Wochen in einem anderen Spa ohne Radoninhalationstherapie verbrachte.

Das abgelegene Tal wurde im 9. Jahrhundert von bayerischen Bauern besiedelt; Feldnamen in den am höchsten gelegenen südlichen Teilen bezeichnen auch eine karantanische (slawische) Kolonisation. Gastein wird erstmals in einer Urkunde von 963 als Gastuna erwähnt, als das Gebiet dem deutschen Stammherzogtum Bayern gehörte. Es war ursprünglich ein alpines Landwirtschafts- und Goldabbaugebiet und der Ort einer alten Handelsroute, die den Hauptkamm der zentralöstlichen Alpen überquerte.

1297 verkauften Herzog Otto III. Und sein hoch verschuldeter Bruder Stephen I. es an die Salzburger Fürsterzbischöfe. Bereits um 1230 hatte der Minnesänger Neidhart von Reuental in seinem mittelhochdeutschen Gedicht Die Graserin in der Gastein auf die heißen Quellen hingewiesen; Die Heilbäder wurden vom habsburgischen Kaiser Friedrich III. sowie vom Renaissance-Arzt Paracelsus besucht.

Stadt von Bad Gastein.

Im 19. Jahrhundert wurde das Wasser von Bad Gastein zu einem modischen Ferienort, der sowohl von europäischen Monarchen als auch von Reichen und Berühmten besucht wurde. Zu den bemerkenswerten Gästen der Vergangenheit gehörten Kaiserin Elisabeth von Österreich (Sisi) und der deutsche Kaiser Wilhelm I. mit seinem Kanzler Otto von Bismarck sowie Subhas Chandra Bose, ein führender indischer Nationalist, Zar Ferdinand I. von Bulgarien, König Faisal I. von Irak. König Ibn Saud von Saudi-Arabien und der letzte iranische König Mohammad Reza Pahlavi, Industrielle wie Wilhelm von Opel und Künstler wie Heinrich Mann, Robert Stolz und W. Somerset Maugham. Am 14. August 1865 hatte Bismarck mit Österreich die Gastein-Konvention über die gemeinsame Verwaltung der Provinzen Schleswig und Holstein nach dem Zweiten Schleswig-Krieg unterzeichnet.

Der Komponist Franz Schubert (1797–1828) komponierte seine Klaviersonate in D-Dur in Bad Gastein und soll während seines Aufenthalts im August und September 849 eine Gmunden-Gastein-Sinfonie (D. 1825) entworfen haben. Für letztere scheint jedoch keine Partitur erhalten zu sein oft identifiziert mit der Sinfonie Nr. 9 in C-Dur (D. 944).

Der Massentourismus wurde durch die Eröffnung des Bahnhofs Tauern im Jahr 1905 vorangetrieben. Ab den 1960er Jahren verlor das Resort einen Teil seiner früheren Bekanntheit und viele ehemalige Hotels standen leer. In den letzten Jahren hat Bad Gastein seine Felsentherme und das Kongresszentrum renoviert.

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