Die St.-Michael-Kirche oder Hauptkirche Sankt Michaelis ist eine der fünf Hauptkirchen Hamburgs und die berühmteste Kirche der Stadt. St. Michaelis ist ein Wahrzeichen der Stadt und gilt als eine der schönsten hanseatisch-protestantischen Barockkirchen. Die Kirche wurde absichtlich protestantisch gebaut, im Gegensatz zu vielen anderen Hamburger Kirchen, die ursprünglich von Katholiken erbaut und während der Reformation zum Protestantismus konvertiert wurden. Es ist dem Erzengel Michael gewidmet. Eine große Bronzestatue über dem Portal der Kirche zeigt den Erzengel, der den Teufel erobert. Der 132 Meter hohe barocke Turm, der vollständig mit Kupfer bedeckt ist, ist ein herausragendes Merkmal der Hamburger Skyline und war schon immer eine Landmarke für Schiffe, die die Elbe hinauffahren.

2015 St. Michael Kirche.

2015 St. Michael Kirche.

Geschichte

Das heutige Kirchengebäude ist das dritte an dieser Stelle. Die erste wurde von 1647 bis 1669 erbaut. Sie wurde zur Kirche der neuen Stadt (Neustadt), die 1625 innerhalb der neuen Stadtmauer errichtet wurde und seitdem stetig wuchs. 1687 wurde der Michel die Hauptkirche, als die Neustadt eine Pfarrei wurde. Diese Kirche wurde am 10. März 1750 durch einen Blitzschlag zerstört. Die ursprüngliche Kirche wurde in 9 verschiedenen Städten auf der ganzen Welt nachgebaut und gebaut.
 
1786 wurde ein Neubau nach dem Entwurf von Johann Leonhard Prey und Ernst Georg Sonnin (de) fertiggestellt. Dies ist die Kirche, wie wir sie heute kennen. Es wurde im 20. Jahrhundert zweimal rekonstruiert: nach einem Brand im Jahr 1906 während der Bauarbeiten und nach den Bombenanschlägen von 1944 und 1945. Seit 1983 wird derzeit renoviert: zuerst der Turm und dann das Dach. Der Komponist und Pianist Johannes Brahms wurde am 26. Mai 1833 in dieser Kirche getauft und im Alter von fünfzehn Jahren von Pastor von Ahlsen bestätigt, der seine Eltern geheiratet hatte.

Architektur

Mit 2,500 Sitzplätzen ist der Michel die größte Kirche in Hamburg. Die Kirche hat einen lateinischen Kreuzplan mit 44 m Breite, 52 m Länge und 27 m Höhe. Der 132 Meter hohe, charakteristische Kirchturm dominiert die Skyline der Stadt und galt als Orientierungspunkt für Schiffe, die auf der Elbe fahren. In 83 Metern bietet die Turmplattform einen hervorragenden Panoramablick über die Stadt und den Hafen, kann bestiegen werden, es gibt aber auch einen Aufzug. Die Uhr im Kirchturm ist die größte ihrer Art in Deutschland. Die Kirche hat fünf Orgeln, darunter eine Marcussen-Orgel und eine große Steinmeyer-Orgel mit 85 Registern, 5 Handbüchern und 6674 Pfeifen. Am 9. Oktober 2008 erhielt St. Michael eine neue Krypta-Orgel, benannt nach Felix Mendelssohn. Die Kanzel befindet sich in der Mitte des Gebäudes, das 1910 vom Dresdner Bildhauer Otto Lessing aus Marmor gefertigt wurde. Sie sieht aus wie ein runder Kelch und verfügt über eine prächtige Treppe. Das große Kanzeldach wird vom Engel der Verkündigung gekrönt. Das aus weißem Marmor gefertigte Taufbecken wurde 1763 in Livorno hergestellt und von den damals dort lebenden Hamburger Kaufleuten gestiftet. Das Taufbecken erinnert an eine Muschel und wird von drei Taufengeln unterstützt.
 
Der Altar ist 20 Meter hoch und wurde 1910 aus kostbarem Marmor erbaut. Der Altar besteht aus drei Abschnitten, die Schlüsselszenen aus dem Leben Jesu Christi darstellen. Das zentrale Bild zeigt die Auferstehung Jesu und darunter ein Relief das Abendmahl. Über dem zentralen Bild befindet sich ein großes Kruzifix. Ganz oben befindet sich die Altarkrone in Form einer Taube als Symbol des Heiligen Geistes und ist von einem strahlenden Kreis umgeben. Rechts und links vom strahlenden Kreis knien zwei Engel und neigen ihre Köpfe.

die Krypta

In der Kirchengruft sind 2,425 Personen beigesetzt, darunter Johann Mattheson und Carl Philipp Emanuel Bach. Die Grabkammern sind für vier Särge übereinander tief ausgegraben. Während der französischen Besetzung Hamburgs im Jahr 1813 wurden Bestattungen innerhalb der Stadt und damit auch in der Krypta verboten. Im Jahr 2004 wurden einige der Gräber von Wissenschaftlern geöffnet und dokumentiert. Dabei fanden sie einige weniger gut erhaltene Särge und mehrere intakte Särge, die Skelettreste sowie gut erhaltene Kleidungsstücke und Textilpolster enthielten. Im 18. und 19. Jahrhundert erwarben hier wohlhabende Familien in Hamburg, Bruderschaften, Regierungsstellen und solche mit Bestattungsgeldern Gräber. In der Krypta befinden sich noch heute gut erhaltene Sargkarren. In den Tagen, als noch Menschen in der Krypta begraben waren, wurden die Särge mit den Karren transportiert. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Krypta als Unterschlupf genutzt. Anfang 2000 wurde die Krypta renoviert und wird heute für Gottesdienste und Konzerte genutzt.

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