1922 kaufte Alma ein Haus in Venedig in der Nähe der Kirche San Toma und nannte es Casa Mahler. Dort verbrachte sie viele Monate zusammen mit ihrer schönen Tochter Manon Gropius (1916-1935) und ihr dritter Ehemann, Franz Werfel (1890-1945). Es hatte einen Garten und ein prächtiges altes Tor, "unter dem Schutz der Regierung als historisches Bergwerk", wie sie in ihrem Tagebuch schrieb. Alma installierte zwei Badezimmer und vergrößerte eines der Zimmer zur Vorbereitung auf Franz Werfel. Dort blieb sie bis 1934. Jetzt ein Hotel.

Venedig Haus Alma Mahler Venedig 1922-1934 (Fondamenta Contarini San Polo 2542, Casa Mahler)

Venedig Haus Alma Mahler Venedig 1922-1934 (Fondamenta Contarini San Polo 2542, Casa Mahler).

Venedig Haus Alma Mahler Venedig 1922-1934 (Fondamenta Contarini San Polo 2542, Casa Mahler)Franz Werfel (1890-1945).

Venedig Haus Alma Mahler Venedig 1922-1934 (Fondamenta Contarini San Polo 2542, Casa Mahler)Alma Mahler (1879-1964).

Venedig Haus Alma Mahler Venedig 1922-1934 (Fondamenta Contarini San Polo 2542, Casa Mahler), Garten.

Eines Abends in Venedig im April 1934 klagte Manon über unerträgliche Kopfschmerzen; Innerhalb weniger Stunden war sie gelähmt. Die Ursache war Polio, und sie war siebzehn Jahre alt. Sie starb sehr plötzlich am Pfingstmontag 1935 in Haus Alma Mahler Wien Hohe Warte 1931-1945 (Steinfeldgasse Nr. 2, Villa Eduard Ast), Wien. In Erinnerung an Manon Gropius komponierte Alban Berg sein Violinkonzert und widmete es der »Erinnerung an einen Engel«. Bereits im selben Jahr gingen Alma und Werfel nach Venedig, um das Haus zu verkaufen, in dem sie so glücklich gewesen waren, das aber jetzt so viele schmerzhafte Erinnerungen enthielt.

Alma Mahler entdeckte Venedig 1897 auf ihrer ersten Italienreise in Begleitung ihrer Eltern und Gustav Klimt anlässlich der konzertanten Aufführung von Arturo Toscanini.

Erst im Sommer 1922 kehrte sie für einen längeren Aufenthalt in die Stadt zurück. Sie beschloss, ein Haus in der Nähe der Basilica dei Frari zu kaufen, das der Familie Soranzo gehörte.

Venedig. 1922. Haus Alma Mahler Venedig 1922-1934 (Fondamenta Contarini San Polo 2542, Casa Mahler). Vorderseite: Anna Sofie Moll-Schindler-Bergen (1857-1938)Franz Werfel (1890-1945)Alma Mahler (1879-1964). Zurück: Carl Julius Rudolf Moll (1861-1945) . Anna Justine Mahler (Gucki) (1904-1988).

Eines Tages traf sie beim Gehen Oscar Kokoschka, einen früheren Liebhaber, dessen verliebte Geschichte nach dem Tod ihres ersten Mannes Gustav Mahler begann und 1915 abrupt unterbrochen wurde, als sie Walter Gropius heiratete: Ich habe Kokoschka zufällig getroffen ... er ist mir seltsam nah und fern… Nach Kokoschkas Abreise schloss sich Franz Werfel, ein 11 Jahre jüngerer Mann, ihr in dieser romantischen Stadt an. Sie treffen sich 1917 und heiraten 1929.

Venedig wurde für Alma eine Zuflucht: Ich träume davon, völlig getrennt vom Rest der Welt in meinem kleinen Haus in Venedig zu leben, ganz allein, geschützt von der Mauer aus Ziegeln - und dort zu sterben. Aber ich weiß immer noch nicht, ob ich die letzte große Einsamkeit ertragen konnte. …In meinem Haus! Ein kleiner Garten, ein wahres Paradies.

Februar 1928: Ich kam gestern an. Venedig! Ich lebeIch bin in meinem Haus. Mein Haus wurde aus dem Nichts gebaut, eine Geldsumme, die mich nie beunruhigte ... wenn ich es jetzt verkaufte, würde ich hunderttausend Lira gewinnen, eine Summe mit fünf Nullen. Im Gegenzug würde mein Universum verschwinden und ich würde nur noch ein paar Nullen mehr haben.

Obwohl Alma Mahler und Franz Werfel in der Zwischenzeit häufig in Ligurien Urlaub gemacht hatten, verließen sie 1934 Wien nach Venedig und ließen ein Österreich in den Wirren der Nazis zurück. Bei diesem Aufenthalt in Venedig, von dem lange geträumt wurde, die zurückgelassene Angst und Furcht zu vergessen, entfaltet sich ein neues, persönlicheres Drama: Almas drittes Kind, Manon, ist von Polio betroffen und müsste nach Österreich zurückkehren, wo sie würde ein paar Wochen später sterben. Dann wurde eine unwiderrufliche Entscheidung getroffen, die im Juli 1935 in Almas Tagebuch anvertraut wurde: Wir fahren alle nach Venedig, um unser liebes Haus zu verkaufen, wo wir so glücklich waren, vielleicht zu viel. Aber das Ende dieses Traums war so schrecklich, dass wir nie wieder den Wunsch finden konnten, zu lachen.

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